Weine aus Portugal



Weinbau in Portugal ist von Gegensätzen geprägt:
Während im Landesinneren noch schwere, tanninreiche Rotweine und der Portwein vorherrschen, kommen aus dem kühlen atlantischen Klima des Nordens leichte Weine wie der Vinho Verde.


 

Geschichte

Der Weinbau in Portugal hat Wurzeln, die bis in die Antike zurückgehen.
Nachdem Phönizier, Römer und Griechen den Weinbau in Portugal verbreiteten wurde dieser unter der maurischen Herrschaft noch recht geringfügig betrieben. Erst im 12. Jahrhundert, als Mönche des Ordens der Zisterzienser über 100 Klöster bauten, kam der Weinbau in Schwung.
Mit König Dom Dinis war ein Herrscher an der Macht, der die Landwirtschaft und speziell auch den Anbau von Weinreben so stark förderte, das eine Handelsflotte entstehen konnte und Portugal zur Weltmacht aufstieg.

Der Weinhandel mit Großbrittanien florierte gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Englische Weinhändler zogen den portugiesischen Markt dem französischen vermehrt vor, nachdem dort die Steuern auf Wein erheblich stiegen. Madeira- und Portweine wurden die Exportschlager des Landes. Portugal erließ 1756 das weltweit erste Gesetz zur Begrenzung eines Anbaugebiets, das Portwein-Gebiet Alto Douro am Douro. Die Weinherstellung geriet ins Stocken als verschiedene Anbaugebiete durch Pflanzenkrankheiten und Schädlinge zerstört wurden. Erst 1930 wurde ein Wiederaufbau von Winzergenossenschaften in Angriff genommen und eine Art Rennaissance begann für den portugiesischen Weinbaubetrieb, da die Nelkenrevolution und Öffnung gegenüber den europäischen Ländern einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachten. Der international bekannteste Wein war lange der als Massenwein produzierte Mateus Rosé.


 

Fakten

Mit fast 250.000 Hektar wird in Portugal Wein auf der siebtgrößten Rebfläche der Welt angebaut. Trotz der großen Fläche liegt das Land bei der größten Jahresproduktion mit knapp 7 Millionen Hektarliter auf Platz 11, wobei es entgegen dem allgemeinen Trend der letzten Jahre seine Produktionsmenge steigern konnte sowie Erfolge im Export verzeichnet. Die Bedeutung des Weinbaus für die Bevölkerung wird verständlich, wenn man bedenkt, dass fast 1/6 dieser davon lebt und der durchschnittliche Weinkonsum pro Kopf und Jahr etwa 43 Liter beträgt, was vegleichweise viel ist.

In Portugal bestehen heute fünf Weinbauzonen, welche sich in fast 40 Anbaugebiete unterteilen. Circa 70% dieser Gebiete tragen den DOC-Status, was in Portugal "Denominação de Origem Controlada" bedeutet und eine Art Lizenzierung für beste Qualität darstellt. In diesen DOC-Gebieten werden IPR-, Land- und Tafelweine erzeugt.

Internationale Anerkennung erhält das Weinland Portugal auch durch die wahrscheinlich größte Varietät autochthoner weißer und roter Rebsorten in Europa und seltene wie besonders gute Weine, zum Beispiel den "Colares", welcher an der Atlanikküste im Sand angebaut wird: Mit einer der letzten echten Rebart aus Europa. Durch den gewaltigen Reblaus-Befall im 19. Jh. wurden fast alle anderen zerstört.